Hintergrund und Entwicklung

Die Bedeutung von Kirchen für das religiöse Erleben von Menschen

Gemeindeglieder, Gäste und Touristen danken es den Kirchengemeinden, wenn die Kirche offen und verlässlich zugänglich ist. Mittlerweile suchen sehr viele Menschen die Kirche gern außerhalb der Gottesdienste auf. Das ist erfreulich. Etwa sieben mal mehr Menschen besuchen unsere Kirchen im Alltag als zu den Gottesdiensten. Die Ortsgemeinden sind darum herausgefordert, Kirchen zu öffnen und gastfreundlich zu gestalten.
Ganz unterschiedliche Menschen besuchen offene Kirchen. Die EKD-Studie "Fremde Heimat Kirche" weist zum Beispiel nach, dass auch Konfessionslose eine Kirche anlässlich einer Besichtigung oder Ausstellung besucht haben. Die Studie "Der anonyme Kirchenbesucher" von Prof. Dr. Ralf Hoburg von der Fachhochschule Hannover in Kooperation mit Kirche im Tourismus geht ebenfalls der Frage nach, wer die Besucher offener Kirchen eigentlich sind.
Kirchen sind "Raststätten für die Seele", Oasen der Ruhe für müde Großstadtmenschen, Orte der Besinnung und Begegnung mit Gott und Menschen, Zwischenstationen für Radfahrer oder Wanderer. Mancher findet dadurch wieder näher zu gottesdienstlichem Handeln und zur Gemeinde.

Die offene Kirche verschafft dem Glauben eine neue Öffentlichkeit außerhalb der im protestantischen Bereich üblichen Veranstaltungszeiten. Der Raum und seine Symbole werden nicht weggeschlossen, sondern bleiben für jedermann zugänglich - ohne Ansehen der Person. Es wird möglich, christliche Inhalte deutlich erkennbar zu kommunizieren ohne dass damit eine Vereinnahmung verbunden ist.